»Stadt – Land – Fluss« mit Roger Willemsen

Roger Willemsen

Publizist, Autor und Moderator Roger Willemsen hat für sein literarisches Reisebuch “Die Enden der Welt” die entlegensten Winkel der Welt besucht. Für das Kulturmagazin Globe-M spielt Oliver Weidlich mit Roger Willemsen eine Runde “Stadt – Land – Fluss”. Roger Willemsen hat gerade seine Tournee zu “Die Enden der Welt” begonnen. Wir treffen uns zum Stadt – Land – Fluss spielen in seiner Garderobe vor seinem Auftritt in Magdeburg.

Roger Willemsen A …

Oliver Weidlich Stopp!

Roger Willemsen K. Na dann mal los.

Nach etwa einer Minute bekommt Roger Willemsen eine Bulette mit Toast gereicht. Trotz mehrere Versuche lässt er sich nicht am bezahlen hindern.

Roger Willemsen Mir fehlt nur Fluss. Wollen wir vergleichen?

Oliver Weidlich Stadt. Ich habe Karlsbad.

Roger Willemsen Karatschi.

Oliver Weidlich Ich nehme an Sie sind dort bereits gewesen?

Roger Willemsen Nein, dort war ich noch nicht. Aber es ist das erste was mir mit K eingefallen ist.

Oliver Weidlich Sie waren bereits in sehr vielen Städten auf der ganzen Welt. Welche Stadt sollte jeder einmal gesehen haben?

Roger Willemsen Timbuktu. Weil sie eine legendär ist, eine verschwindende Stadt, sie ist umweht von Geschichten und die älteste Universität der Welt beheimatet Timbuktu ebenfalls. Sie ist die Heimat der Tuareg die mit ihren Karawanen durch die Sahara ziehen. Das alles sind Gründe genug warum man Timbuktu gesehen haben sollte.

Oliver Weidlich Nächste Spalte – Land.

Roger Willemsen Kuba.

Oliver Weidlich Gibt es ein Land, welches Sie am meisten beeindruckt oder geprägt hat?

Roger Willemsen Nein, so etwas gibt es nicht. Es gibt unterschiedliche Intensitäten die die Gegenden auslösen. Um im Buchstaben zu bleiben fällt mir als Beispiel Kamtschatka ein, eine Halbinsel in Ostsibirien – fast ein ganzer Kontinent der den Bären und den Lachsen überlassen wird und im Sommer den Mücken. Kamtschatka friert sehr lange, taut dann zwei Monate auf um dann wieder unter Schnee zu versinken. Und das ist ein immens beeindruckendes Erlebnis.

Oliver Weidlich Und Kuba?

Roger Willemsen Ich habe Kuba geschrieben, weil ich in Kuba glücklich war, viel geschwitzt habe und noch mehr Mojito aufgenommen habe. Aber es ist wirklich ganz schwierig eine Rangliste aufzustellen. Patagonien ist auch ein wundervoller Ort. Ich kenne kein schöneres Land als Äthiopien – ich kenne gleichschöne Länder, aber kein schöneres. Einer der beeindruckendsten Orte ist einer, der keine Nationalität hat: der Nordpol.

Oliver Weidlich Ist der Nordpol nicht nur beeindrucken, weil man weiß das es eben “der Nordpol” ist. Vor Ort merkt man ja nichts, außer das es extrem kalt ist.

Roger Willemsen Es war nicht kalt. Drei Grad, Regen und die Eisbären flanierten durchs Gelände. Die Zerstörung der Natur sieht man dort besonders dramatisch. Deswegen ist es auch ein besonderer Ort für mich. Wenn man tagelang mit einem Eisbrecher unterwegs ist um diesen einen Punkt zu finden ist es egal wo der Nordpol ist, er könnte überall sein. Es ist ein Punkt mitten in den Eismassen. Und die Eismasse war direkt am Nordpol so klein, dass wir nicht an Land gehen konnten und vier Kilometer entfernt anlegen mussten. Solche Desillusionsprozesse gehören auch dazu.

Das komplette Interview bei Globe-M …

Foto: Anita Affentranger